Fair Trade in Bedrängnis

Hinter die Kulissen der Bio-Schokolade geschaut

Die Nachfrage nach fair gehandelten Produkten wächst derzeit 10-15% pro Jahr. Dabei tragen 61% der Produkte mit dem Fair-Trade Siegel auch das Bio-Siegel. „Bio ist die wichtigste Zweit-Zertifizierung für Fairtrade-Bauern: Über die Hälfte der Fairtrade-Organisationen sind auch Bio-zertifiziert, viele weitere arbeiten ohne Zertifikat, aber nach biologischen Richtlinien“, sagte TransFair-Vorstandsvorsitzender Dieter Overath. Die Kleinbauernorganisationen tragen damit zu Artenvielfalt, Bodenfruchtbarkeit und Ernährungssicherheit bei. In Deutschland sind fast drei Viertel der Fairtrade-Produkte auch Bio-zertifiziert.

Doch neue EU-Anforderungen könnten zukünftig den Import von Bio-Produkten, insbesondere aus kleineren Entwicklungsländern, erschweren – eine Gefahr auch für Fairtrade-Bauern

Die EU plant, die Richtlinien für Bio-Importe für Drittstaaten zu ändern. Dies könnte zahlreiche Kleinbauern in Bedrängnis bringen. Bisher wurden für den Import die Standarts der exportierenden Länder akzeptiert. Nun aber wird für einige Länder die strikte Einhaltung der EU-Standarts ohne Berücksichtigung der klimatischen und regional-strukturellen Unterschiede gefordert. Einerseits sicherlich eine wichtige und richtige Forderung zum Schutz der Verbraucher, allerdings für manchen Kleinbauern eine nicht finanzierbare Zertifizierung für den europäischen Markt.

Viele dieser Nicht-EU-Länder leisten jedoch einen enormen Beitrag zum Einkommen in den örtlichen Gemeinden, zur Ernährungssicherheit und zur Bewahrung der regionalen Ökosysteme.

Ende Februar wird sich erneut zusammengesetzt. Hoffen wir, dass ein Fairer Kompromiss gefunden wird.

(Quelle: https://www.fairtrade-deutschland.de/top/nachricht/article/fairtrade-auf-der-biofach-1/)

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